Kopfläuse

Wenn man von Ihnen spricht, fängt es direkt an zu jucken auf dem eigenen Kopf: Kopfläuse. Ob im Kindergarten, in der Schule oder im Uni-Hörsaal - die Ausbreitung kann bei größeren Menschenansammlungen schnell gehen.
Hinweis:
Diesen Text, der von der Apotheken- kooperation A-Plus erstellt wurde, können Sie auch gerne als Broschüre bei uns bekommen.
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Kopfläuse - lästige Plagegeister
Schon wenn man von ihnen spricht, beginnt es bei vielen zu jucken. Die Rede ist von Kopfläusen, mit dem lateinischen Namen pediculi capitis. Die flügellosen, Blut saugenden Insekten sind als Parasiten auf den Menschen spezialisiert. Anders als häufig behauptet wird, kann der Befall jedoch nicht auf mangelnde Hygiene zurückgeführt werden. Die bis zu drei Millimeter großen Tiere fühlen sich auch auf sauberen Köpfen pudelwohl. Ebenso stimmt es nicht, dass sich Läuse bevorzugt in langen Haaren tummeln, allerdings können sie sich hier besser verstecken. Kurzum: Es muss einem nicht peinlich sein, Kopfläuse zu haben - allerdings sollte man im Fall der Fälle rasch reagieren, um die lästigen Plagegeister nicht auf andere Menschen zu übertragen.
Woran Sie merken, dass sich Läuse bei Ihnen eingenistet haben und wie Sie sie zuverlässig wieder loswerden, das lesen Sie in dieser Broschüre. Und selbst wenn es Ihnen ein wenig unangenehm ist, zögern Sie nicht, Ihr A-Plus Team um Rat zu fragen.
Woher weiß ich, dass ich Läuse habe?
Mehrmals täglich führt die Laus Ihren Stechrüssel in die Kopfhaut ein und saugt einige Milliliter Blut. Dabei injiziert sie eine winzige Menge "Läusespucke". Diese körperfremde Flüssigkeit ruft als Reaktion einen starken Juckreiz und Hautrötungen hervor. Durch Kratzen können sich offene Hautstellen bilden, die sich leicht entzünden. Wenn zusätzlich Bakterien eintreten, beginnen die Stellen zu eitern und heilen dann oft schlecht ab.
Deshalb gilt: Schon beim geringsten Verdacht sollten Sie Ihre Haare kontrollieren. Dazu spreitet man diese mit einem Kamm Strich für Strich auseinander. Häufiger als die Läuse selbst findet man dabei allerdings, vor allem in dunklen Haaren, deren Eier - die so genannten Nissen. Sie sind mit bloßem Auge als kleine Punkte sichtbar und kleben besonders in der Nähe der Haarwurzeln an den Haaren fest. Läuse wie Eier findet man hauptsächlich an den Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken. Geeignete Hilfsmittel zur Diagnose und Entfernung sind spezielle Läuse- und Nissenkämme sowie eine Lupe. Bei Vernachlässigung der Haarpflege können die Nissen mit Hautsekreten und Eiter zu einem übel riechenden Zopf verfilzen, in dem die Läuse massenhaft nisten. Im weiteren Verlauf ist eine Anschwellung der Lymphknoten im Nackenbereich zu beobachten. Dieser Zustand der Verwahrlosung ist in Deutschland allerdings überaus selten.
So beenden Sie die "lausigen" Zeiten
Läuse sind überaus fruchtbare Tiere. Eine weibliche Laus legt in ihrem kurzen Leben von ungefähr 30 Tagen rund 120 Eier. Diese werden perlschnurartig mit einem widerstandsfähigen Klebesekret am Haar befestigt. Die Nissen lassen sich also nicht einfach abstreifen oder mit Wasser auswaschen. Und so schlüpfen aus den Eiern nach acht bis zwölf Tagen die Larven. Nach weiteren knapp zwei Wochen ist die nächste Läusegeneration geschlechtsreif. Es gilt also, schnell und entschlossen zu handeln, auch wenn Kopfläuse in unseren Breiten keine gefährlichen Krankheiten übertragen. Ihre Apotheke hält verschiedene verschreibungspflichtige, aber auch frei verkäufliche Präparate bereit, die Kopfläuse schnell und wirksam beseitigen. So gehen Sie am besten vor:
- Wenden Sie die Mittel streng nach Gebrauchsanweisung an. Augen, Mund und Nase sollten nicht mit ihnen in Berührung kommen, da die Wirkstoffe die Schleimhäute reizen.
- Abgetötete Läuse und Eier werden durch Kämmen mit einem Läusekamm seine Zinken stehen enger zusammen als bei einem normalen Kamm entfernt.
- Die Eier (Nissen) werden nicht so zuverlässig abgetötet wie die Läuse selbst, denn sie sind sehr widerstandsfähig. Ihr Chitinpanzer schützt sie vor äußeren Einflüssen. Gerade deshalb ist es unbedingt erforderlich, wirklich alle (!) Nissen aus dem Haar zu entfernen.
- Damit die Läuseplage nicht schnell wieder von vorn beginnt, sollte die Anwendung der Mittel nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden.
- Sind Augenbrauen oder Wimpern mit befallen, suchen Sie bitte einen Augenarzt auf.
- Für Schwangere, Stillende und Kleinkinder ist vor der Anwendung der Arzneimittel gegen Läuse eine ärztliche Beratung erforderlich.
Auch die Umwelt muss behandelt werden
Um Läuse sicher loszuwerden, sind neben der medikamentösen Behandlung weitere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich:
- Läuse halten sich nicht nur am Menschen auf, sondern auch Kleidungsstücke, Bettwäsche, Kissen, Kuscheltiere, Bürsten und Kämme werden befallen. Alle waschbaren Gegenstände sollten daher bei mindestens 60°C gereinigt werden.
- Nicht waschbare Gegenstände sollten Sie über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen isolieren. Stecken Sie sie in eine gut verschlossene Plastiktüte. Die Läuse verhungern, wenn sie keine Gelegenheit haben, regelmäßig Blut zu saugen.
- Ebenso können Sie Gegenstände in einer Plastiktüte in den Tiefkühlschrank legen. Nach 48 Stunden sind die Läuse erfroren. Auch eine Behandlung der Kuscheltiere im Wäschetrockner bei 45° C über 60 Minuten ist eine wirkungsvolle Maßnahme.
- Polstermöbel, Teppichböden, Matratzen und Kopfstützen im Auto können Sie mit dem Staubsauger oder einem Spray ("Jacutin", aus der Apotheke) reinigen. Beachten Sie aber bitte, einen neuen Staubbeutel einzulegen und diesen anschließend zu entsorgen. Reinigen Sie mit maximaler Saugleistung.
Stoppen Sie die Verbreitung von Läusen
Läuse können weder fliegen noch springen. Sie werden durch direkten Kontakt, also von Kopf zu Kopf, oder aber indirekt durch gemeinsam genutzte, verlauste Kopfbedeckungen, Kissen, Decken, Haarbürsten, Kämme oder Kuscheltiere übertragen. Das können Sie dagegen tun:
- Häufig werden Läuse in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Heimen übertragen. Lassen Sie Ihr Kind bitte erst wieder dorthin gehen, wenn es garantiert "lausfrei" ist.
- Nicht waschbare Gegenstände sollten Sie über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen isolieren. Stecken Sie sie in eine gut verschlossene Plastiktüte. Die Läuse verhungern, wenn sie keine Gelegenheit haben, regelmäßig Blut zu saugen.
- Alle Familienmitglieder müssen mindestens 14 Tage lang gründlich auf Läusebefall überprüft werden.
- Wegen der hohen Ansteckungsgefahr und weil die Tiere im Anfangsstadium so schwer zu entdecken sind, sollten zur Sicherheit alle Familienmitglieder mit Anti-Läuse-Mitteln behandelt werden.
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Kopfläuse (Wikipedia)





