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Säure-Basen

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Säure-Basen

Unser Säure-Basen-System ist ein ausgeklügeltes Geflecht voneinander abhängiger Mechanismen. Dennoch kann es manchmal etwas verschoben sein - die Auswirkungen merken wir dann.

Hinweis:
Diesen Text, der von der Apotheken- kooperation A-Plus erstellt wurde, können Sie auch gerne als Broschüre bei uns bekommen.
Nähere Informationen zu A-Plus finden Sie bei uns auf der Seite über A-Plus oder auf den Webseiten von A-Plus http://www.a-plus.info.

Säure-Basen - Übersäuerung – krank ohne Grund?

Übersäuerung gilt heute als gefährliche Zivilisationskrankheit. Viele Erkrankungen sind die Folge eines gestörten Säure-Base-Gleichgewichts im Körper. Andererseits können eine Reihe von Mangel- und Krankheitszuständen zur Übersäuerung führen. Bevor Sie eine Entsäuerung durch Kuren beginnen, klären Sie deshalb mit Ihrem Arzt ab, ob Sie nicht an unbedingt behandlungsbedürftigen Krankheiten leiden.

Woran kann Säure schuld sein?

Im Vordergrund der durch Übersäuerung bedingten Krankheiten stehen Erkrankungen des Magen-Darm- Traktes wie z.B. Sodbrennen und Magengeschwüre. Eine übermäßige Beanspruchung der Bauchspeicheldrüse stört deren Funktion. Eine mangelnde Insulinproduktion – typisch für Diabetes – ist die Folge. Aber auch vorhandenes Insulin kann in einem sauren Organismus schlechter verwertet werden als in einem basischen. Gicht ist auf einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut und später in den Gelenken und der Niere zurückzuführen. Aber auch die allgemeine Stimmungslage, chronische Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gedächtnisschwäche und Mundgeruch können durch die Übersäuerung ausgelöst werden. Die saure Stoffwechsellage soll das vegetative Nervensystem mit seinen beiden Hauptakteuren Sympathikus und Parasympathikus beeinflussen. Blutfettwerte können ansteigen. Zusammen mit anderen Risikofaktoren begünstigen sie somit eine erhöhte Herzinfarktrate. Zahnschäden wie Karies entstehen durch die Aktivität von Säuren im Mund, sie entziehen den Zähnen Calcium. Das gleiche Phänomen ist bei der Osteoporose, dem Knochenschwund, zu beobachten.

Wie wird Übersäuerung messbar?

Eine Azidose (Übersäuerung) liegt vor bei einem pH von weniger als 7,35 im Blut. Eine Alkalose liegt vor, wenn der pH auf 7,5 und mehr ansteigt. Die Übersäuerung kann akut oder chronisch auftreten.

Die Säurewerte können im Blut gemessen werden. Da sich der Säurewert durch körperliche Anstrengung, Mahlzeiten und Aufregung verändert, müssen fünf Einzelwerte bestimmt werden, um eine seriöse Aussage zu erzielen.

Diese fünf Werte des Blutbildes sind:

  • Säurewert des Blutes pHB: 7,35 – 7,45
  • Pufferfähigkeit des Blutes PB: 47 – 56 mmol/l
  • Pufferfähigkeit im Blutplasma PPL: 27 – 36 mmol/l
  • Pufferfähigkeit in der Zelle IZP: größer als 20 mmol/l
  • Basenüberschuss BE: 28 mmol/l

Den pH-Wert können Sie auch selbst in Ihrem Urin messen zu folgenden Zeiten:

  • 6:00 Uhr (Morgenurin)
  • 9:00 Uhr (zwei bis drei Stunden nach dem Frühstück)
  • 12:00 Uhr (kurz vor dem Mittagessen)
  • 15:00 Uhr
  • 19:00 Uhr (kurz vor dem Abendessen).

Für den Selbsttest brauchen Sie spezielle Teststreifen aus der Apotheke. Der Morgenurin sollte sauer sein, der zweite Teststreifen sollte zwischen sauer und neutral anzeigen. Beim dritten Test darf das Ergebnis im sauren Bereich liegen. Wichtig ist, dass beim Nachmittagsurin ein basischer Wert erscheint. Die Abendmessung rutscht dann wieder etwas in den sauren Bereich.

Die basengerechte Ernährung

Grundsätzlich werden vier Gruppen von Nahrungsmitteln hinsichtlich ihres Einflusses auf unser Säure- Basen-Gleichgewicht unterschieden.

Basenliefernde Nahrungsmittel
Kartoffeln, Gemüse, Obst, Milch und Sahne, Joghurt, Molke, Stille Mineralwässer, Gewürzkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Thymian, Dill, Pfeffer, Paprika und Schwarzer Tee.

Neutrale Nahrungsmittel
Sie halten das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen: Butter, Öle, Walnüsse, Leitungswasser.

Säureerzeuger
Sie enthalten zwar selbst keine Säuren, lassen sie aber bei der Verstoffwechselung entstehen: Zucker, zuckerhaltige Süßigkeiten, Limonaden und Cola, Weißmehlprodukte, Polierter Reis, Kaffee und Alkoholhaltige Getränke.

Säurelieferanten
Sie enthalten einen Überschuss an sauren Stoffen und bei der Verstoffwechselung werden zusätzlich noch Säuren produziert: Fleisch und Innereien, Geflügel, Wild, Eier, Käse, Quark.

Tipps

  • Rauchen ist einer der gefährlichsten Schrittmacher einer chronischen Übersäuerung.
  • Trinken Sie zwei Liter am Tag!
  • Sollte eine Fastenkur in Verbindung mit einer basenreichen Ernährung nicht mehr ausreichen, um ein gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht wieder einzurenken, so wenden Sie sich an Ihren Apotheker. In der Apotheke gibt es z.B. Basica als Tabletten und Granulat mit einer wichtigen Kombination aus Mineralstoffen und Spurenelementen auf Milchzuckerbasis.
  • Auch entwässernde Heiltees mit Birkenblättern, Brennesselkraut, Schachtelhalmkraut können Sie nutzen.
  • Schwitzen Sie die Säure aus!
  • Die Haut ist ein wichtiges Entsäuerungsorgan. Die Säuren und schlacken werden über die Schweißdrüsen und die Hautatmung entsorgt. Sportliche Aktivitäten, Sauna, Thermalbäder und Dampfbäder können diesen Prozess fördern.
  • Durch die Wärme werden auch unsere Muskeln entspannter und damit besser durchblutet. Schadstoffe werden abtransportiert und Nährstoffe gelangen wieder in den Muskel.
  • Zum anderen können wir durch ein Basenbad wichtige entsäuernde Stoffe über die Haut aufnehmen. Lösen Sie 100 Gramm Natriumhydrogencarbonat (Bullrich Salz) in einem Vollbad auf! Baden Sie darin eine halbe Stunde und ruhen Sie anschließend eine Stunde aus. Auch durch Moorbäder holen Sie sich zusätzliche basische Nährstoffe in Ihren Körper.
  • Gönnen Sie sich diese Heilkuren einmal wöchentlich. Massagen haben einen zusätzlichen positiven Effekt.
  • Sport als Medizin
  • Durch sportliche Aktivitäten regen Sie Ihre Durchblutung an. Sauerstoff gelangt vermehrt in die Zellen und das sauer machende Kohlendioxid wird vermehrt abgeatmet. Ihre sportlichen Aktivitäten sollten Sie auf 20 bis 30 Minuten pro Tag ausdehnen. Besonders geeignet sind Schwimmen, Radfahren und leichtes Joggen.

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