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Schilddrüse

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Schilddrüse

Jeder kennt das Wort Kropf und dass wir alle eine Schilddrüse haben weiß wohl auch jeder. Aber wozu eingentlich? Wozu dient die Schilddrüse und warum macht  Sie uns manchmal Probleme?

Hinweis:
Diesen Text, der von der Apotheken- kooperation A-Plus erstellt wurde, können Sie auch gerne als Broschüre bei uns bekommen.
Nähere Informationen zu A-Plus finden Sie bei uns auf der Seite über A-Plus oder auf den Webseiten von A-Plus http://www.a-plus.info.

Schilddrüse - überflüssig wie ein Kropf

Schätzungen zufolge leidet heute mindestens jeder vierte Deutsche unter einer krankhaften Vergrößerung der Schilddrüse, einem so genannten Kropf. Die Hauptursache ist, wie bei den meisten anderen Schilddrüsen-Erkrankungen auch, eine mangelnde Versorgung mit Jod.

Der Grund dafür datiert zurück zum Ende der letzten Eiszeit. Denn die Schmelzwasser der Gletscher haben große Teile der im Boden enthaltenen Jodsalze ins Meer geschwemmt. In der Folge nehmen wir heute über unser Trinkwasser und die Nahrung weniger als die Hälfte der benötigten Jodmenge zu uns. Diese chronische Unterversorgung führt langfristig zu einer Vergrößerung oder Fehlfunktion der Schilddrüse. Weil die Beschwerden jedoch schleichend auftreten und oft nicht eindeutig zuzuordnen sind, werden sie in der Regel bagatellisiert. Nur etwa jede vierte Erkrankung wird rechtzeitig erkannt.

Mit dieser Broschüre informiert Sie das A-Plus-Team ausführlich darüber, wie Sie Ihre Jodversorgung über die Ernährung sicherstellen, wie sich eine beginnende Erkrankung bemerkbar macht und welche Behandlungsmöglichkeiten in diesem Fall zur Verfügung stehen. Denn Eines ist sicher: Nichts ist heutzutage so überflüssig wie ein Kropf.

Die Aufgaben der Schilddrüse

Unsere Schilddrüse produziert und speichert zwei für den Stoffwechsel unentbehrliche Hormone, das L-Thyroxin (T4) und das Trijodthyronin (T3). Diese steuern unter anderem:

  • den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen,
  • die Funktion des Herz-Kreislaufsystems,
  • das Organ- und Längenwachstum sowie die geistige Entwicklung bei Ungeborenen und Kindern.

Die Schilddrüse arbeitet dabei nicht „auf eigene Faust“, sie wird vielmehr durch die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) sowie einen Teil des Zwischenhirns (den Hypothalamus) kontrolliert. So ist gewährleistet, dass beide Hormone nur bei Bedarf und in der richtigen Dosierung in den Blutkreislauf abgegeben werden.

Erkrankungen der Schilddrüse

Entscheidend für die Funktion der Schilddrüse ist eine ausreichende Versorgung mit Jod, denn es ist Bestandteil der beiden hier produzierten Hormone (T3 und T4). Nehmen wir nicht genügend Jod mit der Nahrung auf, können folgende Erkrankungen auftreten:

  • Als Struma, besser bekannt als Kropf, bezeichnet man alle Vergrößerungen der Schilddrüse. Sie sind ein Hinweis darauf, dass das Organ in Normalgröße nicht in der Lage ist, ausreichend Hormone zu produzieren. So entwickelt sich zusätzliches Drüsengewebe, um auch kleinste Jodmengen aus dem Blut verwerten zu können. Da die T3/T4-Produktion oft noch einige Zeit normal weiterläuft, sind die Probleme zunächst eher kosmetischer oder mechanischer Natur (Druck- und Engegefühl). Kritisch wird es jedoch, wenn sie mit der Zeit nachlässt oder sich der Jodbedarf, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft, erhöht.

Behandlung:
Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bis zum 40. Lebensjahr schrumpft die Schilddrüse durch die Gabe von Jod-Tabletten in der Regel wieder auf Normalgröße. Ältere Patienten benötigen meist L-Thyroxin, um die Drüse zu entlasten. In Einzelfällen ist eine chirurgische Verkleinerung der Schilddrüse erforderlich.

  • Wie oben beschrieben versucht die Schilddrüse eine Unterfunktion, also eine unzureichende Hormonproduktion, durch Kropfbildung zu kompensieren. Dieser andauernde Wachstumsreiz auf die Drüsenzellen kann jedoch im Laufe der Zeit dazu führen, dass Teile des Organs ihre Produktion einstellen (so genannte kalte Knoten) - der Hormonmangel besteht also fort.

Eine weitere Ursache für die Unterfunktion sind Schilddrüsenentzündungen.

Typische Symptome sind in beiden Fällen:

  • Kälteempfindlichkeit, Frieren;
  • Antriebsschwäche, Abgeschlagenheit, gesteigertes Schlafbedürfnis;
  • eine langsame, heisere Sprache;
  • Verstopfungen;
  • Übergewicht;
  • brüchige Nägel und struppiges Haar;
  • ein blasses, aufgedunsenes Gesicht sowie
  • ein verlangsamter Herzschlag.

Behandlung:
Durch Gabe der fehlenden Hormone (als Tabletten) kann die Unterfunktion heute problemlos therapiert werden. Sie muss nur (rechtzeitig) erkannt werden. Während der Schwangerschaft ist eine ausreichende Versorgung besonders wichtig, da es andernfalls zu schweren geistigen Schäden beim Neugeborenen kommen kann. Der Arzt muss zu Beginn der Behandlung eine dem Patienten angemessene Dosis finden. Da die Wirkstoffe der Tabletten den körpereigenen Hormonen entsprechen, ist dann auch eine langfristige Einnahme unbedenklich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt dennoch über mögliche Nebenwirkungen wie Herzrasen, Schwitzen oder Durchfall.

  • Bei einer Überfunktion schüttet die Schilddrüse mehr Hormone aus als nötig. Die häufigste Ursache hierfür sind die sogenannten „heißen Knoten“. Das sind kleine Bereiche der Schilddrüse, die unkontrolliert erhöhte Mengen T3 und T4 produzieren und in die Blutbahn abgeben. Auch ihre Entstehung geht meist auf einen Jodmangel zurück: Wie bei den kalten Knoten wächst die Schilddrüse, um die Hormonproduktion trotz Jodmangels aufrecht zu erhalten. In diesem Fall führt der andauernde Wachstumsreiz jedoch zur Bildung überaktiver Bereiche.

Die Symptome sind denen einer Unterfunktion genau entgegengesetzt:

  • Hitzeunverträglichkeit und Schwitzen;
  • gesteigerte Erregbarkeit, Unruhe und Schlaflosigkeit;
  • Durchfall;
  • Gewichtsverlust trotz eines guten Appetits;
  • feinschlägiges Zittern der Hände sowie
  • Herzrasen und Herzrhythmusstörungen.

Da die genannten Symptome häufig wie aus heiterem Himmel auftauchen, werden sie oft missverstanden. Angst vor der Diagnose „Krebs“ etwa verzögert dann den Arztbesuch. Dabei ist es wichtig, rasch mit einer Behandlung zu beginnen, um die Lebensqualität des Patienten zu verbessern und Folgeschäden, zum Beispiel am Herzen, zu vermeiden.

Behandlung:
Medikamente sind in der Regel nur eine Übergangslösung. Meist wird der Arzt durch eine Operation oder Radiojod-Therapie die überaktiven Gebiete des Schilddrüsengewebes entfernen beziehungsweise stilllegen und den Patienten so dauerhaft von seinen Beschwerden befreien. Bis dahin ist die Aufnahme ungewöhnlich hoher Joddosen über die Ernährung zu vermeiden. Außerdem sollten keine jodhaltigen Desinfektionsmittel (zum Beispiel PVP-Jod in Betaisodona) verwendet werden.

So beugen Sie einer Schilddrüsenerkrankung vor

Unbestritten ist Jodmangel in Deutschland die häufigste Ursache für Schilddrüsenerkrankungen. Deshalb sollten Sie gezielt versuchen, Ihren täglichen Bedarf mit der Nahrung zu decken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt als tägliche Zufuhr:

  • Kinder bis 100 µg (1 µg = 1 Millionstel Gramm),
  • Jugendliche bis 200 µg ,
  • Erwachsene 200 bis 400 µg,
  • Schwangere und Stillende bis circa 300 µg.

So decken Sie Ihren Jodbedarf über die Ernährung:

  • Essen Sie (mindestens) einmal in der Woche frischen Seefisch oder Meeresfrüchte. Bereits 100 g Seelachs decken den Tagesbedarf.
  • Feldsalat enthält neben Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen auch reichlich Jod. 100 g Feldsalat decken etwa 1/3 des täglichen Bedarfs.
  • Trinken Sie jodreiches Mineralwasser. Manche Sorten enthalten bis zu 100 µg/l. Auf dem Etikett erkennen Sie Jod an den Bezeichnungen J, J` oder Jodid.
  • Verwenden Sie zum Kochen jodiertes Speisesalz. Damit nicht ein Großteil des Jods verloren geht: Erst würzen wenn das Essen fertig gegart ist.

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