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"Die Kleine"...

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Das Mädchen von Heiligenstadt…wie die zierliche Bronzestatue in der grünen Sitzecke vor der Apotheke von vielen Munsteranern liebevoll genannt wird, trägt offiziell den Namen „Das Mädchen von Heiligenstadt“.

Sie wurde von dem 1895 geborenen Bildhauer Walter Tuckermann etwa zur Zeit der Gründung der Sonnen-Apotheke im Eichsfeld in Heiligenstadt geschaffen und fand über einige Umwege mit Hilfe von Herrn Dieter Breuer und Frau Dr. Mühl-Benninghaus ihre neue Heimat in Munster.

Fabiola

Sie stieß in Munster auf so viel Sympathie, dass ein Munsteraner sie sogar zur Schutzpatronin aller Munsteraner Bürger erklärte, sie auf den Namen „Fabiola“ taufte und ihr folgendes Gedicht widmete:

Fabiola! – welch ein Name!
Diese attraktive Dame
steht nun seit geraumer Zeit
als Patronin dienstbereit
vor der Sonnen-Apotheke.
Damit sich das Unglück wende,
hebt sie schützend ihre Hände–
lächelt dabei süß und mild,
und zeigt sich ganz unverhüllt,
jedem Bürger auf dem Wege.

Möge ihr Bemühen nützen,
uns stets vor Gefahr zu schützen,
auch wenn manche hin und wieder
durch das Ebenmaß der Glieder
ihre Contenance verlieren.
Fabiola! – sei uns gnädig!
Schutzpatronin – zeig dich täglich!
Lass uns oft an dir erfreu’n
und uns rundum sicher sein,
wenn wir deine Nähe spüren.

 

Fabiola

 

Walter Tuckermann - ein Heiligenstädter Bildhauer

Walter TuckermannAm 11. März 1995 wäre der in Magdeburg geborene Bildhauer Walter Tuckermann 100 Jahre all geworden. Anlaß, sich seiner zu erinnern und nach seinen Werken in Heiligenstadt und im Eichsfeld zu suchen. Anlaß, sich seiner bekannten und auch weniger bekannten Werke anzunehmen und sie zu erhalten.

Wilhelm Richard Walter Tuckermann wurde am 11. März 1895 in Magdeburg geboren. Er starb am 11. Februar 1981 in Arnsberg.

Walter Tuckermann verlor bereits mit 6 Jahren seinen Vater. Infolge des frühen Todes zog die Familie Tuckermann im Jahre 1901 nach Warmbrunn im Riesengebirge. Seine Ausbildung begann im Jahre 1911 an einer Meisterschule für Bildhauer in seiner neuen Heimat Warmbrunn bei Del Antonio.

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde die Ausbildung unterbrochen, er mußte Soldat werden. Nach diesem unseligen Krieg nahm Walter Tuckermann seine praktische Arbeit auf. Ein schwerer Anfang, vor allem für Künstler. Wer brauchte nach dem verlorenen Krieg und der Inflation die Arbeit eines Bildhauers und Künstlers? Es war ein tägliches Ringen um sein kärgliches Brot.

Aber das Leben geht weiter. So wundert es nicht, daß der junge Bildhauer sich weiterbildet. In Breslau wurde Tuckermann Schüler an der Akademie für Bildende Künste. Sein Lehrer wurde Prof. Bednorcz. Während dieser Ausbildung arbeitete er an Bauvorhaben mit, erhielt Einblick in die Gesetze der Architektur, arbeitet mit Keramik, mit Betonreliefs und Bronzefiguren.

Wieder unterbrach ein Krieg den begonnenen Weg. Infolge der Kriegswirren kam Walter Tuckermann im Jahre 1945 nach Rüstungen im Eichsfeld. Ein Jahr später verzog er nach Heiligenstadt, dessen wunderschöne Landschaft auch ihn reizte, so wie vor ihm Goethe, Heine und Theodor Storm. Heiligenstadt wurde seine zweite Heimat. Im Adreßbuch des Landkreises Worbis von 1948 finden wir Walter Tuckermann in der Wilhelmstraße 24. In Heiligenstadt erlebte der Künstler eine großartige Schaffensperiode, aus der auch "Das Mädchen aus Heiligenstadt", welches nun vor der Sonnen-Apotheke zu finden ist, stammt.