Geschichte

Entstehung und Entwicklung der Sonnen-Apotheke in Munster

Apotheker Gerhard Kusch 1958

Geschichte-1958

Geschenk zur Eröffnung 1958: Ein Bronzemörser

Am 18. Juni 1958 erhielt Apotheker Gerhard Kusch offiziell die Genehmigung zur Inbetriebnahme der Sonnen-Apotheke. Noch wenige Jahre zuvor wäre dies nicht so einfach möglich gewesen: Man benötigte eine Konzession, und die Stadt Munster musste einen offiziellen Antrag auf Eröffnung einer Apotheke stellen. Dieses Verfahren wurde im Jahr 1957 abgeschafft und Gehard Kusch, damals angestellter Apotheker in der einzigen Apotheke in Munster, der Hirsch-Apotheke, ergriff die Chance zur Selbstständigkeit.

Seine Frau, Ingeborg Kusch, hatte aus ihrem Bridge-Club erfahren, dass in der Breloher Straße ein Geschäftshaus gebaut werden sollte, und so fügte sich eins zum anderen.

Zur Eröffnung überreichte der Großhandel Greve & Behrens aus Hamburg dem Ehepaar Kusch einen Mörser aus Bronze. Dieser steht noch heute, mehr als 50 Jahre später, in der Sonnen-Apotheke.

Geschichte-Zoerner1983 übernahm Apotheker Jürgen Zörner die Sonnen-Apotheke von Herrn Kusch zunächst als Pächter, später als Käufer. Ihm lag es immer am Herzen, die Bürger von Munster schnell und kompetent zu versorgen. Sowohl fachlich als auch technisch hielt er 31 Jahre lang die Apotheke stets auf dem neuesten Stand. Ende 2013 ging Jürgen Zörner in den Ruhestand und übergab zu Beginn des Jahres 2014 einen stattlichen Betrieb mit mehr als doppelt so großen Geschäftsräumen und 17 Mitarbeitern an seinen Sohn Dr. Alexander Zörner.

Auch das Haus der Sonnen-Apotheke hat sich stetig weiterentwickelt

Ursprünglich war das Haus der Sonnen-Apotheke rot gestrichen. Erst 1983 erhielt das Haus die sonnengemäße gelbe Farbe und in dem Zuge auch Parkplätze vor der Apotheke.

1987 folgte die Umgestaltung des Eingangs und der Schaufenster. Automatiktüren aus Glas und große offene Schaufenster ermöglichten nun großzügige Einblicke in die Apotheke von außen. 2006 wurden im Zuge der Vergrößerung ein zweiter Eingang zur Apotheke von der Ernst-Pernoll-Straße aus, Räume für eine Arztpraxis und weitere Parkplätze geschaffen.

In den Räumen über der Sonnen-Apotheke waren zunächst Wohnungen und eine Allgemeinarztpraxis, aus der 1986 eine Kinderarztpraxis wurde. Im Dachgeschoss entstand 1996 das Forum Gesundheit – Seminar und Vortragsräume, die seither z.B. von Selbsthilfegruppen und zur Fortbildung der Apothekenmitarbeiter genutzt werden. Mit der zweiten Arztpraxis wurde 2006 auch ein Fahrstuhl und eine behindertengerechte Toilette gebaut, so dass nun alle Räume des Hauses bequem von Gehbehinderten, Rollstuhlfahrern und Eltern mit Kinderwagen erreicht werden können.

Offenheit verbindet



Die Offizin (Kundenraum) der Sonnen-Apotheke wurde durch mehrfache Umgestaltung nicht nur vergrößert, sondern auch für die Kunden und Patienten mehr geöffnet.

In zwei separaten Beratungszimmern haben wir ein offenes Ohr für Dinge, die ganz sicher unter uns bleiben.

Arzneimittelherstellung verpflichtet


Die Apotheke ist seit Jahrhunderten Ort der Arzneimittelherstellung. Diese Tradition wurde in der Sonnen-Apotheke von Anfang an gepflegt. Die Rezeptur, der Raum in dem die Arzneimittel wie Salben, Lösungen oder Kapseln hergestellt werden, wanderte einige Male innerhalb der Apotheke. Das Labor befand sich ursprünglich dort, wo heute ein Teil der Offizin ist. Zwischen 1975 und 2006 befand es sich im Keller. Danach wurde eine neue Rezeptur zusammen mit einem neuen Labor nach modernsten Gesichtspunkten im Erdgeschoss gebaut. So wird höchste Qualität bei der Prüfung und Herstellung von Arzneimitteln gewährleistet.

Ordnung muss sein - zu jeder Zeit

Bei zigtausend Artikeln in der Apotheke musste schon immer ein gutes System und konsequente Lagerpflege für Ordnung sorgen. Zu jeder Zeit muss bekannt sein, welcher Artikel wo und in welcher Menge vorhanden ist. Schubladen und Regale waren seit den Anfängen der Sonnen-Apotheke ein zentrales Element. Seit 2006 hilft ein automatisches Warenlager, in dem ein computergesteuerter Greifarm das gewünschte Medikament heraussucht und direkt nach vorne in die Offizin befördert.

Das Wiedererkennungszeichen war schon immer eine Sonne

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Die Ehefrau des Gründers der Sonnen-Apotheke, Frau Ingeborg Kusch, war es, die der Sonnen-Apotheke ihren Namen gab. Als leidenschaftliche Sonnenanbeterin und Italienurlauberin taufte sie die Apotheke auf den bis heute erhaltenen Namen. Dieses Symbol für Freundlichkeit und Wärme wurde seither als Erkennungszeichen genutzt.

Die Sonnen-Apotheke in, für und mit Munster

Immer schon hat sich die Sonnen-Apotheke mit dem Ort Munster sehr verbunden gefühlt. Schon in den ersten Jahren, als Soldaten auf dem Truppenübungsplatz mit einem Fuchs gespielt hatten und schnell 100 Dosen Tollwut-Impfstoff benötigt wurden, sprang die Sonnen-Apotheke ein und organisierte eine Lieferung per Flugzeug aus Marburg. Von solchen „Munster-spezifischen“ Einsätzen können langjährige Mitarbeiter viel berichten!

Heute zeigt sich die über die Jahrzehnte gewachsene Verbundenheit mit Munster über solche speziellen Fälle hinaus in vielen Aspekten des Alltags: Ob es die persönliche Beziehung zwischen vielen Mitarbeitern und den Kunden ist oder der „Snack up platt“, der immer möglich ist. Die finanzielle Unterstützung, welche die Sonnen-Apotheke örtlichen Vereinen, Schulen und anderen wohltätigen Einrichtungen zugute kommen lässt oder das Engagement des langjährigen Inhabers Jürgen Zörners in der Aktionsgemeinschaft Munster, die sich für ein gepflegtes Stadtbild und die Belange der ortsansässigen Firmen kümmert. Die Bereitschaft, immer wieder Schüler für Praktika aufzunehmen und über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden. Auch das im Haus gegründete „Forum Gesundheit“, das Selbsthilfegruppen moderne Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und interessierten Bürgern Vorträge zu speziellen Gesundheitsthemen anbietet, bestätigen das örtliche Engagement.

“Die Kleine ...”,


Geschichte-kleine…wie die zierliche Bronzestatue in der grünen Sitzecke vor der Apotheke von vielen Munsteranern liebevoll genannt wird, trägt offiziell den Namen „Das Mädchen von Heiligenstadt“. Sie wurde von dem 1895 geborenen Bildhauer Walter Tuckermann etwa zur Zeit der Gründung der Sonnen-Apotheke im Eichsfeld in Heiligenstadt geschaffen und fand über einige Umwege mit Hilfe von Herrn Dieter Breuer und Frau Dr. Mühl-Benninghaus ihre neue Heimat in Munster. Hier stieß sie auf so viel Sympathie, dass ein Munsteraner sie sogar zur Schutzpatronin aller Munsteraner Bürger erklärte, sie auf den Namen „Fabiola“ taufte und ihr folgendes Gedicht widmete:





Fabiola! – welch ein Name!
Diese attraktive Dame
steht nun seit geraumer Zeit
als Patronin dienstbereit
vor der Sonnen-Apotheke.
Damit sich das Unglück wende,
hebt sie schützend ihre Hände–
lächelt dabei süß und mild,
und zeigt sich ganz unverhüllt,
jedem Bürger auf dem Wege.

Möge ihr Bemühen nützen,
uns stets vor Gefahr zu schützen,
auch wenn manche hin und wieder
durch das Ebenmaß der Glieder
ihre Contenance verlieren.
Fabiola! – sei uns gnädig!
Schutzpatronin – zeig dich täglich!
Lass uns oft an dir erfreu’n
und uns rundum sicher sein,
wenn wir deine Nähe spüren.

Gedicht von H.G. Alvermann